Familie Meier isst zu Mittag: Es gibt, wie sonntags immer, eine große Mahlzeit mit einem ordentlichen Stück Fleisch in Rahmsoße, von dem meistens fast die Hälfte übrig bleibt und entweder am nächsten Morgen auf dem Frühstücksbrot landet, der Hund sich überfressen darf oder es kommt gleich in den Müll.
Frau und Herr Maier gönnen sich ein irisches Bier und für die Kinder gibt’s an diesem heißen Frühlingstag Schokoladen-Milchshake. Der Hund liegt faul in der Sonne und die Babykatze spielt mit ihrem Wollball. Die kleine Carolin schlingt das Essen in sich hinein, weil sie ganz schnell wieder mit ihrem Kätzchen spielen und die Gummibärchen essen will, die ihr Opa geschenkt hat. Hoffentlich nimmt Mama sie ihr nicht weg, weil sie für Nachmittag eine Torte gemacht hat.
Am Abend gibt es Spaghetti Bolognese. Am Mittwoch muss Familie Meier wegen eines Feiertags leider auf Fleisch verzichten, deswegen gibt es an dem Tag Fisch.
In unserem täglichen Essen sind oft tierische Bestandteile, ohne dass wir es merken oder auch nur ahnen würden. Welches Kind weiß denn schon, dass in seinen Gummibärchen die Knochen von Rindern zu Gelatine verarbeitet wurden, der die Bärchen seine Gummikonsistenz verdanken. Oder dass Milchkühe nicht wie in der Werbung friedlich auf Bergwiesen muhen, sondern sich in ihrem Platz im Stall nicht einmal um sich selbst drehen können und unter schrecklichen Schmerzen wegen ihrer überdimensionalen Euter leiden. Oder dass über 50 % der neugeborenen Küken gleich aussortiert und oft qualvoll getötet werden, weil sie wegen ihres männlichen Geschlechts „keinen Sinn haben“ oder sich auf dem Weg zur „Weiterverabeitung“ (z. B. Schnäbel ohne Narkose abzwicken) zu stark verletzen. Am Fließband sitzen geübte ältere Frauen, deren Hände unsichtbar schnell arbeiten und permanent ausblenden, dass sie zahllose Lebewesen ihrer Seelen berauben.
Oder wer weiß, dass Hennen aus Bodenhaltung kaum weniger leiden als in Käfighaltung? Wegen ihres Übergewichts, das sie durch hormonelle Ernährung schnell erreicht haben, können sie ihr eigenes Gewicht nicht tragen und stürzen. Alles außer dem „wertvollen“ Fleisch verkümmert – und selbst das ist wegen der vielen Medikamente nicht mehr gesund. Wenigstens kommt lässt der Tod im Schlachthaus nicht lange auf sich warten, der die Tiere von ihrem Leiden befreit.
Carolins wasserdichten, teuren Schuhe, mit denen sie aber nicht wie ihre Freunde im Dreck spielen darf, bestehen aus der Haut von Tieren, genauso wie der Pelzkragen an Mamas Jacke. Da man meist nicht nachvollziehen kann, woher die Felle und Leder stammen, wurden sie vielleicht einem Hund in China bei lebendigem Leib vom Körper gezogen. Das gilt bei Menschen als eine der brutalsten Foltermethoden.
Und wussten Sie, dass es auch in Deutschland Pelzfarmen gibt?
Warum passiert solches Leid?
Weil die Menschen einfach ins Kleidungs- oder Lebensmittelgeschäft gehen und sich kaufen können, was ihnen gefällt. Viele wissen nicht einmal von ihrer Verantwortung oder blenden sie einfach aus, weil sie nicht unmittelbar mit dem Leid der Tiere konfrontiert sind. Es ist einfach der bequemste Weg.
Aber das sind die Probleme:
Lösungen und Alternativen für...
... Fleisch/Fisch: Seitan, Tofu oder einfach weglassen
... Würstl: Tofuwürstl (bei großen Rewes und Edekas, Bioladen oder Reformhaus; schmecken alle anders)
... Honig: Agavensirup (schmeckt sowieso besser)
...Katze und Hund vom Züchter: vom Tierheim
... Schokolade: vegane Schokolade (zerfließt besser auf der Zunge, geschmacklich kein Unterschied, bestellbar im Internet)
... Milch: Sojamilch, Reismilch, Hafermilch und weitere bzw. Sojasahne oder einfach weglassen
... Eier: Sojamehl für Pfannkuchen, Kuchen usw. und Verzicht aufs Frühstücksei
... Bier: deutsches nehmen, weil es dem Reinheitsgebot unterliegt (also nicht durch Schweinehaut gefiltert werden darf)
... Lederschuhe: im Schuhladen nach lederfreien Schuhen fragen und dazu stehen, dass man andere Schuhe nicht kauft (tierfreie Schuhe können auch wasserdicht sein und Lederschuhe auch wasserdurchlässig; es kommt auf die Verarbeitung an)
... Fell: fellfreies Kleidungsstück oder Imitate
... Döner: veganer Seitan-Döner (gibt’s in Großstädten; in München gleich beim Bahnhof)
... Süßigkeiten: Gummibärchen mit Stärke (Apotheke, Bio-Laden, Reformhaus), im Supermarkt Zutaten auf Verpackungsrückseite beachten und wenn Gelatine drin ist wieder zurück ins Regal legen und was anderes nehmen (z. B. Katjess, Schlümpfe von Haribo)
... Essen gehen: beim Bestellen nachfragen, ob das Gericht vegan ist (keine Garantie, aber der Kellner und/oder Koch passen bestimmt besser auf, dass im Essen nichts Tierisches ist)
... Medizin/Tierversuche: Kopfschmerztabletten etc. nicht öfter als nötig, Homöopathie (wie Erfahrungen beweisen sind Tierversuche keine Referenz für die Verträglichkeit eines Produkts bei Menschen
... Kosmetik/Tierversuche: im Reformhaus und Bio-Laden gibt es Kosmetik-Artikel, die nicht an Tieren getestet wurden
... Seife: Flüssigseife statt der tierischen, festen Seife
Und überhaupt viel Gemüsevariationen und neue Rezepte kennen lernen, z. B. das in Italien populäre Polenta, die Kunst des Tofuwürzens,…
In letzter Zeit sind zahlreiche vegetarische und vegane Kochbücher erschienen, die einen in die vielleicht bisher unbekannte Welt des Essens einführen.
Eine Kochbuchreihe mit Rezepten für sogar dann, wenn man keine Lust zu kochen hat: die Ox-Kochbücher. Jamie Oliver hat außerdem viele leckere Ideen, die man leicht in vegane Versionen ändern kann.
Tipp: Tofu sollte man nicht als Fleisch-Ersatz sehen, sondern als gleichwertiges anderes Lebensmittel. In einigen asiatischen Ländern gehört Tofu genauso zum alltäglichen Essen dazu wie Fleischgerichte.
Mehr Informationen gibt es u. a. auf www.peta.de und http://www.veganblog.de und pro-vegan.info/vorwort.html
Und zwei Online-Supermärkte für Veganes Essen: www.vegan-wonderland.de und www.alles-vegetarisch.de
Ein aufschlussreicher Kurzfilm, der das ganze Thema zusammenfasst:
http://pro-vegan.info/veganvideo.html und ganz, ganz kurz: